FDP-Chef Westerwelle erklärte, es sei "eine zynische Debatte, wenn diejenigen, die in Deutschland arbeiten, die aufstehen, die fleißig sind, sich mittlerweile dafür entschuldigen müssen, dass sie von ihrer Arbeit auch etwas behalten möchten". Die FDP beklagt sich mit am lautesten darüber, dass hart arbeitende Lohnabhängige über ihre Steuern den "Wohlstand" von Faulenzern finanziert müssten. Die erste Frage ist aber zunächst mal, warum auch die FDP verbissen dafür kämpft, dass Geringverdiener überhaupt Lohnsteuer zahlen müssen.
Das Steuerkonzept der FDP sieht vor, dass Lohnabhängige ab einem Bruttoeinkommen von 8.000 Euro bis zu einem Einkommen von 20.000 Euro 10 % Lohnsteuer zahlen sollen. Steuerfrei sollen auch Werbungskosten in Höhe von 2 % des Bruttoeinkommens sein, mindestens aber 200 Euro (http://www.fdp-bundespartei.de/files/1407/BPT-Nettokonzept.pdf). Die FDP will also selbst noch das Existenzminimum von Lohnabhängigen besteuern. Bei einer Vollzeittätigkeit möchten die Westerwelles ab einem Bruttolohn von etwas über 4 Euro bis zu einem Bruttolohn von 9,78 Euro 10 % Lohnssteuer kassieren. Die Länder sollen darüber hinaus noch Steuerzuschläge darauf einfordern können. Und gerade weil die FDP dafür eintritt, dass "hart arbeitende, fleißige Menschen" steuerlich geschröpft werden, lenken sie deren Wut darauf ab, dass sie angeblich besteuert würden, damit Faulenzer im Wohlstand leben. Nein, sie werden besteuert, damit der Spitzensteuersatz für die im Wohlstand schwimmende Klientel der Westerwelles weiter gesenkt werden kann. Das Bündnis 500 Euro Eckregelsatz/zehn Euro gesetzlicher Mindestlohn tritt für die Steuerfreiheit des anzustrebenden gesetzlichen Mindestlohns von zehn Euro brutto ein, also für einen Grundfreibetrag von 20.000 Euro. Dann würde auch das "Argument" entfallen, dass hart arbeitende Niedrigverdiener Erwerbslose aushalten.Sie würden nur noch das Kapital insgesamt mit ihrer unbezahlten Arbeit vermehren. Das reicht der FDP allerdings nicht. Die hart arbeitenden Niedrigverdiener sollen darüber hinaus für die im Wohlstand schwimmende Klientel der Westerwelles auch steuerlich zur Kasse gebeten werden.






